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Unsere zweiwöchige Reise beginnt um 3 Uhr nachts am Möhnesee. Mit den am Vortag gepackten Autos verlassen wir erwartungsvoll unseren Homespot, um die Mittelmeerinsel Sardinien zu erkunden.Die Hinreise verläuft planmäßig, so dass wir von den einberechneten Staupausen glücklicherweise keinen Gebrauch machen müssen. Innerhalb von 11 Stunden erreichen wir bereits unseren Fährhafen im Industrieviertel von Genua. Schließlich kommen wir nach der nächtlichen Überfahrt im Hafen "Porto Torres" auf der Insel an, so dass es nur noch ein paar Minuten mit dem Auto zu unserem Hauptziel, dem Ort Valledoria an der Nordküste Sardiniens sind.
In Valledoria beziehen wir kurz nach der Anreise unseren küstennahen Campingplatz "Camping International". Nachdem wir unsere Zelte aufgebaut haben und uns soweit eingerichtet haben, können wir es kaum erwarten unseren Ausgangsspot für die nächsten zwei Wochen auszuprobieren. Wenige Stunden nach der Ankunft sind wir dann auch schon auf dem Wasser und reiten unsere ersten sardischen Wellen ab. Der Spot an der Küste vor Valledoria liegt wenige 100 Meter nördlich des bekannten Wellenspots "La Caccia". Ähnlich sind hier auch die Bedingungen. So gibt es Wellen bis zu 3 Meter, die allerdings erst nach dem 3. Tag den Strand konstant erreichen. Zu unserer Reisezeit kommt der Wind ab Mittag hauptsächlich side- bis on-shore. Gewöhnungsbedürftig für uns ist der starke Shorebrake. Diesem Spot bleiben wir auch die ersten drei Tage treu und erleben davon zwei Surftage mit bestem Wetter und Wellen. Vorort treffen wir auf Chisi, Phil und Tom die in der Surfschule des RUF-Camps arbeiten und uns gute Tipps bezüglich des Spots geben können. Natürlich surfen wir nicht nur. An einem Samstagabend fahren wir zum Essen und Bummeln in die, an der Westküste gelegene Stadt Alghero. In der historischen Altstadt gehen wir im Restaurant "Nettuno" für ein kleines Vermögen Essen und verbringen die restliche Zeit des Abends zwischen den Marktständen an der Uferpromenade in einer Cocktailbar. Am 4. Tag unserer Reise steht dann der wohl bekannteste Surfspot der Insel auf dem Programm. Auch wenn wir "Porto Pollo" erst gegen Mittag erreichen steht uns noch ein perfekter Surftag bevor. "Porto Pollo" bietet für jede Könnensstufe optimale Bedingungen. Der Spot liegt im Norden der Insel und besteht aus zwei Buchten, die durch einen schmalen befahrbaren Uferstreifen getrennt sind. In der westlichen Bucht gibt es bei vorherrschendem Westwind kleine Kabbelwellen. Dafür hat man in der östlichen Bucht Flachwasser trotz starkem Wind. Zur Sommerzeit ist der Spot durch die optimalen Bedingungen jedoch sehr überfüllt. Der Wind wird hier durch die Meerenge zwischen Sardinien und Korsika nochmals verstärkt, so dass dieser Spot eine fabelhafte Windstatistik hat. Wir können problemlos bis zum Spot vorfahren und unseren Stuff direkt abladen. Bei bis zu 30 Knoten konstantem Wind surften wir dann bis wir einige der letzten Surfer sind, die den Spot verlassen. Der 5. Tag sollte dann ganz im Zeichen von "Stintino" oder auch "Barcadi Beach" stehen (Hier wurde einer der Barcadi- Werbespots gedreht). Da wir allerdings erst gegen Mittag am Spot in der Nähe von Porto Torres ankommen, finden wir keine Parkmöglichkeit mehr. Da "Barcadi Beach" jedoch sehr von Touristen wegen dem türkiesen Wasser belagert ist, weichen wir auf einen Spot vor Stintiono aus, an dem nur wenige italienische Touristen baden und nahe zu gleiches "karibisches Wasser" vorzufinden ist. An dem mit weißen Kieselsteinen abgeschüttetem Strand befindet sich unter anderem ein RRD-Testcenter, sowie eine Bar. Auch der Strand ist ähnlich wie "Porto Pollo" sehr einfach zu erreichen. Bei konstantem Wind aus West haben wir dann exzellente Flachwasserbedingungen, die optimal zum Manöver üben und perfekt für kleine Sprünge sind. Am 6. Tag legen wir dann einen Ruhetag ein, den wir mangels Wind am Strand vor Valledoria verbringen. Bisher haben wir uns echt gut eingelebt und wissen die fantastischen sardischen Strände bereits sehr zu schätzen. Gewöhnungsbedürftig für uns ist die Weise des Autofahrens der Italiener die sehr abenteuerlich ist. So kommen uns nachts grundsätzlich nur Autos mit eingeschaltetem Fernlicht auf den kurvigen Bergstraßen entgegen. Geblinkt wird gewöhnlich auch wenn es keine Möglichkeit gibt abzubiegen. Da für die nächsten Tage der Wind ausfallen soll, hängen wir einen weiteren Strandtag an. Diesen verbringen wir mit Joggen, Fußballspielen und Urlauben und Einkaufen in den Surfshops auf der Insel. Für die nächsten Tage „hats“ dann doch noch mal richtig guten Wind in „Porto Pollo“, wie unsere österreichischen Freunde aus der Surfschule sagen würden und wir verbringen noch einige richtig gute Surftage in „Porto Pollo“. Dort treffen wir dann sogar noch Windsurfer vom Möhnesee, sowie aus Münster. Nachdem wir dann mehrere Tage in Pollo windmäßig voll ausgeschöpft haben und den Spot jedes Mal erst zur Dämmerung verlassen, verbringen wir die letzten Tage unserer Reise in Valledoria. Dort verbringen wir die Abende in der Surfschule direkt am Strand, wo man den Sonnenuntergang perfekt beobachten kann. Da unsere Stromversorgung auf unserem Campingplatz leider nicht für unseren Elektrogrill ausgelegt ist, freuen wir uns dann auch riesig als wir zum Grillen eingeladen werden. Das Grillen an dem Abend kommt dann auch nicht zu kurz, so dass wir über 4 Stunden essen. Neben Fleisch und Fisch gibt es ein ganzes Salatbüffet, Kartoffel, Pilze und Tiramisu zum Nachtisch. Zu trinken gibt es Cocktails und sardisches Bier, sowie den sardischen Kräuterschnapps „Mirto“. Am letzten Abend vor der Abreise besichtigen wir schließlich noch „Castell Sardo“, eine etwa 5 km von Valledoria entfernte Küstenstadt. Die Stadt liegt auf einer Halbinsel an der Küste auf einem Berg. Wie der Name schon sagt, ist Kern der Stadt eine Alte Festung, die am höchsten Punkt der Insel liegt. Von dort gucken wir uns mal wieder eisschlürfend einen wunderschönen Sonnenuntergang an. Am letzten Tag müssen wir uns dann doch noch von unserer liebgewonnenen Insel mit den fantastischen Stränden und dem perfekten Wetter, sowie von den neuen Freunden verabschieden. Nach der Fährfahrt beschließen wir dann noch am Comer-See vorbei zu fahren und vielleicht noch ein paar Surfsessions auf dem von Thermik geprägten See mitzunehmen. In Damaso bleibt jedoch die Thermik aus und wir beschließen den Heimweg anzutreten, was auch kein Fehler war, da am Wochenende der Möhnesee sich mal wieder von seiner windigen Seite zeigt. Zusammenfassend können wir auf einen perfekten Surftripp zurückblicken, den wir immer wiederholen würden. |